Das Institut bietet auf der Basis weltweit erfolgter naturwissenschaftlicher Grundlagenforschung zum menschlichen Verhalten, Erleben und Handeln Orientierungshilfen und Unterstützung an, um menschlichen Handeln zu fördern, das den Menschen- und Grundrechten entspricht. Derartiges Handeln kann zugleich die Gesundheit, die individuelle persönliche Entwicklung und die Leistungsfähigkeit (Kompetenz) jedes Menschen in optimaler Weise begünstigen.

Die naturwissenschaftliche Grundlagenforschung zum menschlichen Verhalten, Erleben und Handeln ist Gegenstrand des Studien- und Forschungsfaches Psychologie – ebenso wie die Anwendung dieser Grundlagen in den einzelnen Bereichen des Erlebens, Reagierens, Fühlens und Handelns von Menschen.

Zum Verhalten, Erleben und Handeln von Menschen gehören selbstverständlich auch die Lern-, Lehr- und Forschungsaktivitäten im Rahmen aller wissenschaftlichen Disziplinen, so z. B. in der Physik, Chemie, Philosophie (Logik), Mathematik, Geschichte, Religion, Pädagogik. Außerdem gehören dazu alle Arbeitsfelder in der Medizin, der Wirtschaft sowie im Organisations-, Finanz- und Rechtswesen bis in die Politik und die Sicherheitssysteme (Gesetzgebung, Polizei, Militär, Gerichtsbarkeit, Strafvollzug) hinein.

Die Methoden und Erkenntnisse der psychologischen Grundlagenforschung werden bislang in etlichen Bereichen dieser Disziplinen noch nicht hinreichend zur Kenntnis genommen und praktisch berücksichtigt. Es ist dort weitgehend unbemerkt geblieben, dass im Rahmen der Psychologie auch die menschlichen Tätigkeiten, die in diesen Bereichen stattfinden, hinlänglich untersucht und erforscht worden sind. Das Selbstverständnis und das Vorgehen aller Wissenschaftler, Wissenschaften und Praktiker werden sich grundlegend ändern, je mehr die Schlüsselposition der Psychologie erkannt und berücksichtigt wird.

Die Menschheit befindet sich seit einigen Jahrzehnten in einem Bewusstseins-Quantensprung, der von seinen praktischen Auswirkungen her um ein Vielfaches spektakulärer ist als die Kopernikanische Wende und Einsteins Relativitätstheorie. Diese waren in erster Linie für das physikalische und philosophische Weltbild bedeutsam. Nun geht es um das existenzielle Lebensschicksal aller Menschen. Angesichts dessen stehen die Philosophie, die Politik, die Rechtslehre, die Wirtschaft und die Finanzwelt vor der Aufgabe, radikal umzudenken: Überall ist dem Wohl der Menschen und der Förderung der natürlichen Grundlagen allen Lebens, dem Schutz der Umwelt, oberste Priorität einräumen.

Lange galt die Philosophie, die sich vor allem mit dem menschlichen Denken beschäftigt, als die Grundlage der Sozialwissenschaften. Die Psychologie ist seit Beginn des 20. Jahrhunderts dabei, deren Rolle zu übernehmen und deren Irrtümer zu korrigieren. Die Irrtümer der Philosophie beruhen vor allem darauf, dass in ihr die Voraussetzungen des menschlichen Denkens ebenso vernachlässigt werden wie die Bedeutung des menschlichen Fühlens. Entscheidend ist letztendlich nicht das menschliche Denken, sondern das menschliche Handeln und Verhalten. Auf diese Tatsachen bezieht sich Friedrich von Bodenstedt (1819 – 1892) in seiner Aussage: „Kein Weg ist so weit im ganzen Land als der von Herz und Kopf zur Hand.“

„Einzig Erfahrung ist evident.
Erfahrung ist die einzige Evidenz.
Psychologie ist der Logos der Erfahrung.
Psychologie ist die Struktur der Evidenz, und
deshalb ist Psychologie die Wissenschaft der Wissenschaften.“

Ronald D. Laing: Phänomenologie der Erfahrung. Edition Suhrkamp 1969, S. 12

IMGE trägt dazu bei, indem alle IMGE-Projekte die jeweils einschlägige psychologische Grundlagenforschung berücksichtigen. Alle Fachbereiche im Rahmen von IMGE sind als Anwendungsfelder empirisch-psychologischer Grundlagenforschung konzipiert. (siehe auch hier)